Erinnerungen, Reisen

The Lost World

Hallo

Bei all den Veränderungen die ich gerade anstrebe und auf die ich hin arbeite, gibt es einiges was noch sortiert werden muss.

Und ja das meiste sind Fotos.

Über ein Jahrzehnt lang sammel ich jetzt schon Fotos, was in der heutigen Zeit ja ja auch gar kein Problem ist. Digital speichern wir einfach alles ab und gut ist.

Ich erinnere mich noch an Zeiten wo wir nur 36 Bilder pro Film hatten und wir uns 5 mal überlegt haben ob wir jetzt ein Foto machen oder nicht. Und das schlimmste war ja, wir wussten ja nie ob die Fotos was geworden sind, bis wir sie, teilweise Wochen später, von der Drogerie, entwickelt abholen konnten. Dazu kommt dann auch noch den Platz den man braucht um all die Fotos aufzubewahren.

Das kennen die meisten heute gar nicht mehr.

Jetzt machen wir von jedem scheiß ein Foto, denn es kostet uns ja nichts mehr. So passiert es schnell das sich Millionen von Bildern ansammeln. Einige sind wertvolle Erinnerungen andere sind nur Mist und werden wieder gelöscht.

Als Teil meiner Veränderungen, habe ich mir auch vorgenommen, meinen Datenberg an Fotos zu besteigen, zu sortieren und auch zu löschen, was zu löschen ist.

Dabei bin ich heute Morgen auf diese Bilder gestoßen.

Vor ein paar Jahren habe ich in für 5 Monate in der Nähe von Wellington, Neuseeland gelebt. Ohne jede Frage mit die beste Zeit meines Lebens.

Und dank Peggy habe ich diesen Ort gefunden.

Fort Ballance Miramar

Erbaut 1885 aus der Angst vor einem russischen Angriff.

Die Neuseeländer wollten sich auch nicht länger nur auf die Briten verlassen, was die Verteidigung ihres Landens anging.

Für die kommenden 26 Jahre was Fort Ballance die führende Küstenverteidigungsanlage in Wellington. Doch genutzt wurde sie bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

Heute gilt Fort Ballance als Geschichtsplatz und als eines der best erhaltenden Beispiele für die Bauweise von Festungen in 19. Jahrhundert. Da es auch während seiner aktiven Jahre kaum verändert wurde.

Die Bilder sind entstanden als ich zum ersten Mal die Festung erkundete. Bis heute ist es für mich ein sehr skurriler Ort. Auf der einen Seite ist die ganze Anlage hoch interessant und beeindruckend, stundenlang bin ich auf dem Gelände herumgelaufen und habe immer wieder neue Türen und Wege entdeckt, bin auf den Mauern herumgeklettert und habe vom Dach der Schießanlage die Aussicht genossen.

Was das ganze Erlebnis für mich noch etwas unwirklicher machte, war das genau zu der Zeit als ich auf dem Dach meine Mittagessen zu mir nahm und nichts ahnend über die Bucht schaute, fuhren 5 Militärschiffe in der Hafen von Wellington ein.

Wie ich später erfuhr waren sie gerade auf dem Rückweg von ihrem Einsatz in Kaikoura, wo sie nach dem schweren Erdbeben, bei den Aufräumarbeiten geholfen hatten.

Die andere Seite die diesen Ort so besonders für mich machte, ist das hier keine Menschen waren. Der Weg zu der Festung war nicht an der Straße angeschrieben und auch ich hätte ihn nicht gefunden, wenn Peggy mir nicht schon einmal den Weg gezeigt hätte.

Hier kann man sehr gut sehen wie die Natur sich den Platz zurückholt. In weniger als 80 Jahren wuchsen hier Bäume und Sträucher. Der Beton wurde an vielen Stellen nahezu pulverisiert von Wurzeln und andern Pflanzen. Selbst durch den meterdicken Beton hatten sich die Bäume einen Weg gesucht. Es ist einfach ein Ort der Gegensätze.

Es gibt nicht viele Ort die mich auf meinen Reisen so berührt haben wie Fort Ballance.

Und wer weiß vielleicht schaffe ich es irgendwann noch mal nach Wellington und zu Fort Ballance, wenn die Natur noch was übrig gelassen hat.

Marie

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